Was ist der Bokeh-Effekt?

Das Wort Bokeh stammt aus dem Japanischen und bedeutet „unscharf“oder „verschwommen“. In der Fotografie versteht man unter Bokeh die Qualität der unscharfen Bereiche eines Bildes. Ein unscharfer Hintergrund wird als gestalterisches Mittel immer dann verwendet, wenn die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Hauptmotiv im Vordergrund gelenkt werden soll. Somit wird der Bokeh-Effekt besonders gerne in der Mode- oder Portraitfotografie, aber auch in der Makrofotografie oder Fotokunst verwendet.

Welche Kameratechnik braucht man für einen intensiven Bokeh-Effekt?

Ein gutes Bokeh hängt von der Art des verwendeten Objektivs ab. Während Mainstream-Zoomobjektive der unteren Preisklasse nur ein dürftiges Bokeh liefern, liefern Festbrennweiten und die meisten professionellen Zoomobjektive mit schnellen Blendenwerten ein gut aussehendes Bokeh. Mit einem Zoomobjektiv mit einer langen Brennweite (z.B. 200 mm) kann man den Hintergrund weit in die Ferne rücken (Objektiv mit großer Brennweite: 200 mm > Blende f/6.0 – f/x). Alternativ kann man aber auch ein Objektiv mit einer tiefen Festbrennweite (z.B. 50 mm) verwenden. Das kleinere Objektiv eignet sich besonders, wenn man nah an ein Motiv herantreten kann (Objektiv mit kleiner Brennweite: 50 mm > Blende f/1.4 – f/1.8).

Auch bietet ein Teleobjektiv mehr Bokeh-Potential als ein Weitwinkelobjektiv. Soll ein Motiv vor unscharfem Hintergrund herausgehoben werden, muss mindestens eine Normalbrennweite gewählt werden, besser noch eine leichte oder starke Tele-Einstellung. Außerdem gilt, je offener die Blende, desto unschärfer erscheint der nicht scharfgestellte Hintergrund. Blende 1,4 oder 2,8 liefern einen guten Bokeh-Effekt. Blende 8 oder 16 dagegen zeigen den Hintergrund viel schärfer.

Bokeh-Effekt fotografieren

Auch die Größe der Kamerasensoren hat einen Einfluss auf das Bokeh. Eine große Vollformat-Spiegelreflex-Kamera (zum Beispiel Canon R6, Nikon Z5 oder Sony Alpha 7R IV) hat mehr Potential für einen Bokeh-Effekt als eine Kamera mit kleinerem APS-C-Sensor. Kompaktkameras oder Handys mit noch kleinerem Sensor liefern noch weniger Bokeh, eigentlich nur noch bei Nahaufnahmen.

Der intensivste Bokeh-Effekt entsteht demnach per Vollformatkamera mit einem starken Teleobjektiv, das mit Offenblende genutzt wird, zum Beispiel mit Blende 2,8.

Wie entsteht das schönste Bokeh beim Fotografieren?

Ein Bokeh ist besonders ansprechend, wenn der Hintergrund schön weich und seidig erscheint und das Motiv im Vordergrund sich klar abgrenzt. Dies erreicht man, indem man möglichst viel Abstand zwischen Hauptmotiv und Umgebung erzeugt.

Typisch für einen Bokeh-Effekt sind außerdem die durch eine Lichtquelle im Hintergrund entstehenden Unschärferinge. Diese sollten möglichst gleichmäßig rund geformt sein und weiche Kanten aufweisen. Die Objektivhersteller unterstützen diesen Trend durch Objektivblenden mit elf oder neun statt sechs Lamellen – das vermeidet eckige Unschärferinge. Besonders gut lassen sich die Unschärferinge durch Lichter in der Nacht (wie Laternen oder Ampeln), durch Gegenlicht im Blattlaub, sowie Lichtreflexe auf Wasser, Glas oder Metall erzeugen. Je nach Objektiv entsteht um den Unschärfering herum noch eine helle Kontur, die viele Bildgestalter gerne vermeiden möchten.

Letztendlich gibt es aber keine festen Regeln, wie ein Bokeh auszusehen hat. Es bleibt immer ein subjektives Empfinden, ob ein Bokeh-Effekt besonders gelungen ist.

7 Tipps für den perfekten Bokeh-Effekt

  • Geeignetes Objektiv verwenden (z.B. Zoomobjektiv mit schnellen Blendwerten)

  • Offene Blende (mindestens f/2,8)

  • Schnelles Festbrennweiten-Objektiv

  • Eine längere Brennweite sorgt für ein intensiveres Bokeh

  • Vergrößere den Abstand zwischen Motiv und Hintergrund

  • Gehe nah an dein Motiv heran

  • Setzte auf Hintergrundbeleuchtung, Haar- oder Seitenbeleuchtung

Weitere Links zum Fotografieren mit Bokeh-Effekt findest Du hier:

Published On: 10. Februar 2021 / Categories: Fotografieren, Kamera & Hardware / Tags: , , /

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